Wer einem eine E-Mail schreibt ...
- Lea Grossmann
- vor 55 Minuten
- 2 Min. Lesezeit
E-Mails sollten kostenpflichtig werden. Wie Briefe. Marke drauf, und ab die Post. Oder eben durch den Datenkosmos. Einen Franken pro E-Mail. Dieser Gedanke hat Charme.
Stellen Sie sich vor, wie leer die Inbox wäre. Keine Newsletter, an deren Abonnierung man sich nicht erinnern kann. Keine Mails mit Betreffzeilen wie «Dringend!!!» und ohne Inhalt. Keine Links, die man nicht anklicken darf, kein Hinweis auf Pakete, die man nie bestellt hat, keine vermeintlichen Erbschaften aus Nigeria.
Wussten Sie, dass weltweit rund 171 Milliarden Spam-E-Mails täglich Postfächer erreichen? Das entspricht knapp 48 Prozent des gesamten E-Mail-Verkehrs. Man stelle sich vor, wie viel Strom das verbraucht. Ohne Spam gäbe es keine Strommangellagen und keine Energiekrisen. Die Strompreise könnten sinken und unsere Nerven sich erholen.
Endlich Ruhe im Posteingang. Ein Luxus, den man heute nur noch aus den frühen Zweitausenderjahren kennt. Mit der Kostenpflicht gäbe es nur noch E-Mails, die es wirklich braucht. E-Mails mit Inhalt. Mit Sinn. Mit einem Grund, gelesen zu werden.
Und für jedes «CC» gäbe es übrigens eine überproportionale Gebühr. Ein Traum. Wer zehn Leute ins «CC» setzt, zahlt nicht zehn, sondern fünfzig Franken. Wer «zur Kenntnis» schreibt, zahlt einen Zuschlag. Wer «nur zur Info» schreibt, einen Strafzoll.
Und wer kassiert diese Gebühren? Sicher nicht Microsoft oder Apple. Nein. Das Geld fliesst in Fonds. Ein Teil in einen Klimafonds. Das hat den angenehmen Nebeneffekt, dass wir aus dem rechten Lager kaum noch E-Mails erhalten würden. Ein anderer Teil in einen Aufrüstungsfonds. Damit erledigen sich die meisten Mails aus dem linken Lager.
Und ein Teil in die AHV zur Finanzierung der 13. Rente. Wahrscheinlich die sinnvollste Idee. Weitere Vorschläge zur Verteilung der E-Mail-Gebühren nehme ich gerne entgegen. Per Leserbrief. Oder per E-Mail. Noch sind sie ja gratis. Leider.
Wer einem eine E-Mail schreibt ...: Kolumne vom 19. Februar 2026 im General Anzeiger Brugg sowie in der Rundschau Süd und Nord.





