top of page

Muetersproch

Aktualisiert: 14. März 2022

«Der Schöppelimunggi u der Houderebäseler si einisch schpät am Abe ...». Sie wösse garantiert, wies wyter goht, oder? Wer kennts ned, im Franz Hohler sis bärndütsche Gschechtli? En Gschecht ohni Senn ond Zwäck, vollgspickt met Wörter, wos gar ned get. Ich gläbe, s Wort agschnäggelet hets de is bärndütsche Wörterbuech brocht.

Worom ich jetzt of die chome ond worom ich oms Hemmels welle schwyzerdütsch schrybe? Ganz eifach: Am 21. Februar esch de inter- nationali Tag vo de Muetersproch. D’Unesco het de Gedänktag im Johr 2000 is Läbe grüeft. Also Zyt, om sech met öisere grossartige Sproch, wo sech eidütig besser eignet zom Rede als zom Schrybe, usenander z setze.

För mech esch d’Muetersproch ned eifach Dütsch. För mech esch mini Muetersproch ebe Schwyzerdütsch. Das werd mer emmer weder be- wosst, wenn ich mech mit Dütsche of Schreftdütsch onderhalte. Ond das ned nome, well mini dütschi Usproch plomper ond schwerfälliger esch als die gschleffnigi vo de Dütsche. Mer händ i öisere Sproch bispelswys ganz anderi Satzstellige, ond bi de Zyte kenne mer nome d’Gägewart ond s Perfekt. Was natürlech ned heisst, dass mer kei Zuekonft händ!

D Sproch esch imene stetige Wandel, was au guet so esch. Osser bi tschendergrächte Uswöchs, wos mi amigs rechtig tschuderet. Das esch allerdengs es Thema, wo e eigeni Kolumne wörd fölle. Schaad fend i, dass alti Wörter ond Usdröck i Vergässeheit grohte ond ganz verlore göhnd. Wer bruucht höt scho regelmässig so wonderschöni Wörter wie omedüssele, abesädere, omefigureetle, Bröisi, Schnädertante, Poschtiwägeli oder Mannsgöggeli, om nome es paar weninig ufz’zelle.

So schön Schwyzerdütsch zom Lose ond Rede au esch, zom Schrybe ond zom Läse fendi s e Katastrophe. Läse Sie emol s’bärndütsche Gschechtli, de chöme Sie Vögel öber. Ond well ich dopplet so lang ha of Schwyzerdütsch z schrybe als of Schreftdütsch, werd das au mis erscht on letschte Querbeet i dere Form sy – versproche!


Du findest meine Kolumne auf Seite 9.

 
 
 

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

1 Comment


Guest
Jul 09

Die neurologischen Grundlagen der Muttersprache

Ihr Beitrag über die Muetersproch berührt ein faszinierendes Thema, das weit über die kulturelle Identität hinausgeht. Neurowissenschaftliche Forschungen zeigen, dass die Muttersprache buchstäblich unser Gehirn formt. Das Phänomen der "kritischen Periode" besagt, dass Kinder bis zum Alter von etwa sieben Jahren eine natürliche Fähigkeit besitzen, Sprachen ohne bewusste Anstrengung zu erlernen. Diese neurologische Prägung erklärt, warum Dialekte so tief in unserer Persönlichkeit verwurzelt sind.

Besonders interessant ist die Entdeckung, dass zweisprachige Menschen, die sowohl Hochdeutsch als auch Schweizerdeutsch sprechen, über vergrößerte Gehirnregionen verfügen, die für die Sprachverarbeitung zuständig sind. Diese "Neuroplastizität" führt zu verbesserten kognitiven Fähigkeiten und einer höheren Resistenz gegen Demenz im Alter.

Die Muttersprache ist wie ein kostbarer Schatz, der in einem Schmuckkästchen…
Like
bottom of page